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Fr, 23. August, 19.30 Uhr

Auryn Quartett

Matthias Lingenfelder, Violine
Jens Oppermann, Violine
Stewart Eaton, Viola
Andreas Arndt, Violoncello

Dimitri Ashkenazy, Klarinette

 

Felix Mendelssohn (1809-1847)
Quartett Nr. 1 f-Moll op. 80
Allegro vivace assai - Presto
Allegro assai
Adagio
Finale. Allegro molto

Benjamin Britten (1913-1976)
Streichquartett Nr. 3 G-Dur op. 94
Duets. With moderate movement
Ostinato. Very fast
Solo. Very calm
Burlesque. Fast - con fuoco
Recitative and Passacaglia. (La Serenissima). Slow

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Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Klarinettenquintett A-Dur KV 581
Allegro
Larghetto
Menuetto
Allegretto con variazioni

"Tu, was du willst!" Dieser Leitspruch ist in Machael Endes Roman "Die unendliche Geschichte" auf der Rückseite eines magischen Amuletts zu lesen, das seinem Träger Inspiration verleiht. Das Auryn - so der Name des Amuletts - wurde 1981 zum Taufpaten für vier junge Musiker, die sich entschlossen hatten, ihren Weg fortan als Streichquartett gemeinsam zu gehen. Die Spielweise des Auryn Quartetts wurde durch ein Studium beim Amedeus-Quartett in Köln geprägt. Hier galt das Prinzip eines homogenen, vom leicht dominierenden Oberglanz der ersten Geige gekrönten Ensembleklangs. Während eines Studienaufenthaltes beim Guarneri-Quartett dagegen legte man grösseres Gewicht auf Transparenz, Trennschärfe und Individualität der Stimmen. Der Ausgleich zwischen diesen höchst gegensätzlichen Musizieridealen wurde zur Feuerprobe für das Auryn Quartett, das nach seiner Rückkehr aus den USA rasch in die Spitzengruppe der internationalen Quartettszene aufrückte. Seither hat das Ensemble nahezu die gesamte Quartettliteratur bis in die Moderne hinein erarbeitet; hinzu kommen bedeutende Ur- und Erstaufführungen. Eigene Konzertreihen in Düsseldorf, die Aufführung aller Streichquartette Haydns sowie zuletzt des Beethovenzyklus in der Wigmore Hall belegen dies eindrücklich. Ebenso dokumentieren eine Vielzahl preisgekrönter CD-Aufnahmen den hohen künstlerischen Rang des Quartetts. Der Routine entgegenzusteuern, wach zu bleiben für neue Erfahrungen, künstlerische Positionen immer wieder auf den Prüfstand zu bringen, damit ist das Auryn Quartett in den 35 Jahren seines Bestehens ein bemerkenswert junges Ensemble geblieben.

In New York geboren, siedelte Dimitri Ashkenazy 1978 mit seinen Eltern von seinem Heimatland Island in die Schweiz um, wo er seither lebt. Nach erstem Musikunterricht am Klavier wechselte er zehnjährig zur Klarinette und wurde Schüler von Giambattista Sisini, bei dem er sein Studium am Konservatorium Luzern abschloss. Seit 1991 führt ihn eine rege Konzerttätigkeit in alle Welt. So trat er unter anderem in der Hollywood Bowl von Los Angeles, im Sydney Opera House, in der Suntory Hall in Tokyo, der Royal Festival Hall in London, bei den Salzburger Festspielen, im Prager Rudolfinum sowie in der Salle Pleyel von Paris auf. Eine künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn zudem mit Krzysztof Pendericki, Cristina Ortiz, Ariane Haering, Bernd Glemser, und natürlich mit seinem Bruder Vovka und seinem Vater Vladimir Ashkenazy. Neben seinen Konzertverpflichtungen wirkt er als Gastdozent rund um den Erdball.

 
Zum Programm
Felix Mendelssohn war duch die Todesnachricht seiner geliebten Schwester Fanny, die völlig unerwartet am 14. Mai 1847 infolge eines Schlaganfalls in Berlin gestorben war, zutiefst erschüttert. Nach anfänglichem Unvermögen zu komponieren, schuf er das hoch expressive Streichquartett f-Moll op. 80. Es gilt als sein bedeutendstes Werk dieser Zeit, eine Art Requiem, das in seiner emotionalen Kraft deutliche Reminiszenen an Fannys Kompositionsstil aufzeigt. Ernst Hettrich schreibt im Vorwort zur Studienpartitur des Henle-Verlags: "Mendelssohns Streichquartett op. 80 ist eines seiner wenigen 'autobiographisen' Werke, ein ergreifendes musikalisches Dokument seiner Trauer um den Tod seiner Schwester Fanny und seines Versuchs, den Schmerz um diesen Verlust künstlerisch zu verarbeiten".

Benjamin Britten widmete sein 3. Streichquartett, sein letztes vollendetes Instrumentalwerk, das in den Herbstmonaten 1975 nach seiner Herzoperation entstand, dem befreundeten Musikwissenschaftler und Kritiker Hans Keller. Das vom Amadeus Quartett in Auftrag gegebene Werk trägt die charakteristischen Züge einer Suite. Der Tod seines langjährigen Freundes Schostakowitsch mag Anlass gewesen sein, Themen aus der eigenen Oper "Der Tod in Venedig" einfliessen zu lassen. Das Werk mit seiner allgegenwärtigen Todesthematik wird als Abschiedskomposition verstanden. Die ersten vier Sätze komponierte Britten zuhause in Aldeburgh, den Schlusssatz während seines letzten Besuches in Venedig. Im Dezember 1975 führten die Brüder Colin und David Matthews das Stück erstmals als Klavierduo für den Komponisten auf. Im folgenden September nahm Britten bei der Einstudierung durch das Amadeus Quartett intensiv teil, erlebte jedoch die Uraufführung am 19. Dezember 1976 nicht mehr.

Seit Wolfgang Amadeus Mozart 1778 die Klarinette in Mannheim kennen gelernt hatte, liebte er deren warmen und der Singstimme so verwandten Klang. Seiner herzlichen Freundschaft zum Wiener Klarinettisten Anton Stadler verdankt die Musikwelt eines der schönsten Klarinettenquintette überhaupt. Mozart vollendete dies zwei Jahre vor seinem Tod am 29. September 1789 und legte damit den Grundstein für eine neue Musikgattung. Mozart wählte für das Quintett bewusst die Tonart mit drei Kreuzen (A-Dur), die Tonart der Freimaurer, die Tonart seiner Freundschaft zu Anton Stadler, der ebenfalls den Freimaurern verbunden war und dem er seine Kompositionen für dieses Instrument gewidmet hatte. Das Klarinettenquintett fasziniert vom ersten Ton an durch seinen klanglichen Zauber und das oft zitierte "Lächeln unter Tränen". Richard Strauss schrieb dazu vom "unerhörten Reiz von Melodie und Grazie und der unter der Oberfläche melancholischer Heiterkeit verborgenen reichen Skala menschlichen Empfindens".

 

 

 

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